Ein Traum am Abgrund

Ein Traum am Abgrund
Stille durchschreitet das städtische Tal
Sorgen und Nöte
Zerteilen die Siedlung
Als reißender Strom
Im Nebel die Zukunft
Nur schemenhaft rauschend
Der keimende Morgen.

Die frühe Milch löffelnd
Sitzt der Bauer beim Lamm
Fernab des Tales
Auf wachsendem Berg
Sein Alptraum heißt Fortschritt
Den die Magd verkörpert
Sie wohnt nicht mehr hier
Ist geflohen ins Tal.

Dort unten wohnt Anmut
Oberflächig versprenkelte Achtung
Dienst am Ebenbild des Herrn
Wer Herr eben gerade ist
Die Brücke über dem reißenden Strom
Benutzt nicht
Wer die andere Seite nicht kennt
Geteiltes Leben.

Dort oben lebt Weißglut
Archaisches Gönnen und stoische Wut
Hilfreich im Frühtau
Benebelt im Dunkel
Wo der Strom beginnt
Als eisiger Gletscher
Sich wälzt in die Tiefe
Und alles zerteilt.

        © Séamus Kennan / 2017

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