Großstadtserenade

Blätterrascheln im Frühlingswind
Großstadtmoloch, ächzend, stöhnend
Das Welttheater geht zugrunde
Zu dieser lauen Morgenstunde.

Hibiskusblüten gleiten nieder
Küssen sanft den kühlen Asphalt
Ein Käuzchen ruft ins Morgengrauen
Es glaubt, ihn rufen eitle Pfauen.

Garstig ist das Weltenzittern
Die Motten der Nacht umgarnen den Geist
Bis Fluten des Hochmuts im Garten der Lust
Dich sehen lassen, was du mußt.

Ein Nährboden des Frevels
Die Sünden der Apokalypse
Niemand vermag zu hören die Stimmen
Die Hoffnung hörte längst auf zu glimmen.

Der neue Tag verlischt
Bevor er Tag geworden
Nur noch ein Glitzern im Fluß
Bevor er uns lassen muß.

        © Séamus Kennan / 2017

Scriptorium_Magdeburg

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