Assoziationen im Purpurschein

Ein Schimmern nur
Ein Flackern aus dem Hintergrund
Gedanken
Assoziationen
Ohne nachzudenken
Bilder
Die nicht ablenken
Denn sie entstehen im Dunkel
Mit geschlossenen Augen
Oder inmitten von Mauern
Ohne Fenster
Ohne Fluchtmöglichkeit
Ohne Türen
Einfach nur spüren
Die Anwesenheit der Idee
Als Flackern an der Mauer
In der Dunkelheit
Wo das Flackern zum Dunkel gehört
Und also nicht sichtbar für menschliche Augen
Nur für den Geist
Geistesflackern
Das sich zu Bildern formt
Schließlich zu Worten
Um an Orten
Des Jenseits
In Sphären zu tauchen
Die wieder unsichtbar sind
Doch nicht für das Kind
Für den jungen Geist
Unbeeinflußt
Rein
Ohne Assoziationen
Dafür mit viel Phantasie
Ohne jegliche Ironie
Das Kind spürt das Bild
Mit inneren Augen
Mit jenseitigem Blick
Mit Gedanken zurück
Eine ferne Welt
Wie von Bauern bestellt
Nicht brach und leer
Sondern fruchtbar und schwer
Verleiht sie dem Kind
Und der fernen Idee
Das Gegenwartsdenken
Aus Vergangenheit
Aus Zukunft
Aus allen Gedanken der Welt
Verblassende Verbindung
Mit fortschreitender Zeit
Wenn aus Dunkel Helligkeit wird
Wenn aus Unendlichkeit Endlichkeit entsteht
Und der nunmehr erwachsene Mensch
Nur noch bis zum Horizont geht
Es versucht
Um daran zu scheitern
Weil er sich auf die Bilder verläßt
Nicht auf das Dunkel
Auf die Endlichkeit
Nicht auf die Phantasie
Weil er anderen glaubt
Nichts selber weiß
Weil Ideen verblassen
Keine Schatten mehr werfen
In der Helligkeit
Nur eindimensionale Bilder
Flächigkeit im Raum
Ohne Sinn im Traum
Ein Abbild mit Glanz
Zum Walzertanz
Eng umschlungen zu schönen
Vielumjubelten Tönen
Wo ein Vergessen besteht
Wo vom Winde verweht
Sind Geist und Denken
Nur noch im Lenken
Fremder Schnüre
Kann der Mensch existieren
Und verwechselt das mit Leben
Die Lösung wäre
Zurück ins Dunkel
Um innerhalb der Mauern
Die den Menschen überdauern
Wieder Kind zu sein
Auch im hohen Alter
Phantasie erleben
Und danach streben
Das eigene Denken nicht zu verraten
Und sich ja nicht beraten
Mit den Alten
Die schalten und walten
Ideen aus dem eigenen Geist
Aus eigenem Erleben
Und danach streben
Nie aufzuhören
Kind zu sein.


        © Alexander der Kleine / 2018

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